22.

Nov

Der Berg, der mich in die Knie zwang: die Köllenspitze

Dieser Berg am Rande der Allgäuer Alpen hat mich wohl in die Knie gezwungen: die Köllenspitze im Tannheimer Tal. Ich habe mich von Nesselwängle auf dem Wanderweg zur Tannheimer Hütte und über das Sabajoch auf den Weg gemacht, um den neuen Klettersteig Südsporn auf die Köllenspitze zu erkunden. Ich wollte einfach mal wieder einen Klettersteig gehen. Dabei handelte es sich allerdings um einen sehr schweren alpinen Klettersteig vom Schwierigkeitsgrad „D“. Der Hindelanger oder Salewa-Klettersteig sind gegen diesen ein Kindergeburtstag. Ich empfehle ihn wirklich nur für geübte Kletterer und Bergsteiger. Für ungeübte Bergsteiger wie mich hat er zu viele Tücken. Er hat eine Länge von ca. 1.100 Metern und eine Höhe von 350 Metern Höhe. Der Einstieg zum Steig liegt bei ca. 1.900 Metern oberhalb der Schneetalalm. GPS-Koordinaten: N 47.48690400371788, E 10.606892108917236.

Klettersteige im Tannheimer Tal
Der Steig hat echte Klasse, aber ich habe die Schwierigkeit unterschätzt und ihn leider nicht bis zur Spitze geschafft. Der Aufstieg führt über teilweise senkrechte Wände. Es sind mehrere Überhänge zu überwinden. Diese zehren an den Kräften. Kurz vor dem Gipfel kommt dann nochmal einer dieser schwierigen Überhänge, die ich leider nicht mehr geschafft habe. Auch nach einer Verschnaufpause und zwei Anläufen bin ich leider nicht weitergekommen und habe mich entschieden umzukehren. Da wurde mir bewusst, dass es keine Notabstiege gibt.

Klettersteig Köllenspitze

Auch der Abstieg von diesem Berg ist kein leichtes Unterfangen. Zwei Mal bin ich unweigerlich 200 Meter über dem Abgrund in meinen Klettersteiggurt gestürzt. Mein Leben hing quasi nur noch an zwei Seilen! Mit letzter Kraft rettete ich mich aber wieder aus der aussichtslosen Situation und ging weiter nach unten. Selbst beim Abstieg bin ich noch auf einem Tritt ausgerutscht und habe mein Knie an einem Fels angeschlagen. Ich dachte mir nur: „Zähne zusammenbeißen und weiter.“ Nach zweieinhalb Stunden war ich dann endlich und mit einigen Blessuren wieder am Fuße des Bergs angekommen.

N 47.48690400371788, E 10.606892108917236

  1. Avatar Kraxler sagt:

    wie blauäugig muss man sein einen Klettersteig der Stufe D / E zu machen und vorher nur so pseudo Klettersteige zu machen. Wer den Lachenspitze Nordwand Klettersteig problemlos schafft kommt nach einigem üben auch auf die Kellenspitze. Das größte Problem sind die vollkommen kletterunerfahrenen Besucher. Klettersteig gehen heißt nicht am Drahtseil sich hoch zu ziehen, Klettern ohne Seilpartner ist angesagt, das Drahtseil dient zur Sicherung und nicht mehr.

  2. Avatar ernst sagt:

    Ich meine, ein solches Verhalten gegenüber dem Berg und gegenüber der Tour ist einfach unverantwortlich. „Einfach mal wieder einen Klettersteig“ ist halt nicht nur „für ungeübte Bergsteiger wie mich“ nix, sondern grundsätzlich falsch. Selbst für mich – und ich schätze mich als relativ geübten KS-Geher ein, mit rund 250 Touren in den letzten 6 Jahren und ca. 40-50 pro Jahr bis D, und das sicher beherrschend – hat eine exakte Tourenplanung absolute Priorität, und bei meinem Können (Technik; Kraft usw.) und Wissen (Tourenverlauf; Schwierigkeit; Ausgesetztheit; Besonderheiten/Extras; künstliche Adrenalin-Ausschütter) weiß ich vorher, dass der Köllenspitz-KS derzeit und vielleicht auf lange Sicht nicht in Frage kommt. Ein bißchen mehr Selbstverantwortung und evtl. auch Selbstbescheidung wäre vonnöten; man muss nicht jeden Kick um jeden Preis machen. Stimme dem ersten Satz meines Vorschreibers uneingeschränkt zu!

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