6.

Sep

Wie bereite ich mich auf eine mehrtägige Hüttentour in den Allgäuer Alpen vor?

Alina Zehetleitner

Wie bereite ich mich auf eine mehrtägige Hüttentour vor?

Für mich sind Hüttenübernachtungen etwas ganz Besonderes. Sich nach einer langen Bergtour endlich ausruhen zu können, immer auf der Höhe zu sein, abends mit Blick auf die Berge einschlafen zu können und morgens wieder mit einem einzigartigen Panorama aufwachen – wer würde diese Erfahrung nicht auch gern einmal machen?

Vorbereitung nicht vergessen

Was viele jedoch nicht bedenken und was auch ich lernen musste: auf einer mehrtägigen Bergtour ist die Vorbereitung das wichtigste! Viele gehen mit dem leichtsinnigen Gedanken „Da kann ja nicht viel passieren“ in die Berge, was nicht selten mit einem Bergwachteinsatz endet. Das muss natürlich nicht sein und somit sollte man sich vor der Tour schon ausreichend Gedanken machen.

Selbsteinschätzung und Kondition

Was die alpine Erfahrung vor einer Bergtour anbelangt, hängt dies natürlich von der eigenen Kondition und dem Ziel ab. Hier ist besonders die persönliche Selbsteinschätzung sehr wichtig. Selbstverständlich sollte man sich vor dem Aufstieg auch die Wanderroute genauestes einprägen und über mögliche Gefahren und Schwierigkeiten des Bergs Bescheid wissen. Dies ist über Karten oder auch Tourenportale mit Erfahrungsberichten möglich. Aus eigenen Erfahrungen kann ich sagen: Auch die Wetterprognose sollte man nicht unterschätzen! Schon oft wurde ich von plötzlich wechselndem Wetter überrascht und stand im Regen auf dem Gipfel.

Gleichmäßiger Rhythmus

Das langsame Laufen ist auf einer größeren Tour umso wichtiger, da man ja meist auch noch einen schweren Rucksack auf dem Rücken trägt und eine lange Zeit unterwegs ist. Ich persönlich laufe liebend gern in einem schnelleren Tempo, jedoch habe ich gemerkt, dass es für eine mehrtägige Wanderung wichtig ist, einen gleichmäßigen, langsamen Rhythmus zu finden.

Ich empfehle auch mal zwei Tage hintereinander mit dem Rucksack zu laufen, um sich an das Gewicht zu gewöhnen und zu prüfen, ob er wirklich perfekt passt. Das gleiche gilt auch für Bergschuhe, die richtig eingelaufen werden müssen, damit Blasen und Druckstellen an den Füßen vermieden werden. Unter Schmerzen lässt sich die Bergtour ja schließlich auch nicht richtig genießen…

 

Vorbereitungstour auf den Grünten

Wenn man z.B. die klassische Alpenüberquerung einmal machen will, eignet sich vor allem der sogenannte „Wächter des Allgäus“, der Grünten (1773 m). Auch das Burgberger Hörnle find ich eine super Tour! Hier hat man einen besonders schönen Ausblick über die Region und sogar ein Gipfelkreuz. Für den Abstieg sollte man jedoch auf jeden Fall schon vorher Erfahrungen im alpinen Gelände gesammelt haben, da es sonst ganz schön gefährlich sein kann.

Tipp: langsam vom Parkplatz (bei der Alpe Weiherle) nach ganz oben zum Sender laufen. So hat man knapp 1000 hm bestiegen und läuft mehrere Stunden am Stück, was ein sehr gutes (Ausdauer-)Training darstellt.

Ausrüstung- ein wichtiger Faktor

Das wichtigste ist, wie ich mit der Zeit gemerkt habe, ganz klar die Ausrüstung. Während es Bergsteigerausrüstungen früher nur in wenigen, speziellen Outdoor- Shops zu finden gab, ist es heute in fast jedem Sportgeschäft erhältlich. Doch Achtung: Oftmals wird dadurch Ausrüstung verkauft, die zwar billig ist –jedoch dadurch auch oft von schlechter Qualität und absolut nicht für eine richtige Bergtour im alpinen Gelände geeignet ist.

Deshalb sollte man sich unbedingt professionell in einem Sportgeschäft beraten lassen! ( Beispiel aus der Region:https://www.worldofoutdoor.com/ )

Das richtige Verhalten auf einer Hüte

Was zu einer gelungenen Tour außerdem dazugehört ist das richtige Verhalten auf den Hütten. Was banal klingt, ist nämlich in Wirklichkeit gar nicht so selbstverständlich. Nicht jeder weiß, wie das Übernachten auf Hütten abläuft und, dass es bestimmte Regeln gibt, die man einhalten sollte. So sollte man sich beispielsweise vorher informieren, dass es auf den (meisten) Berghütten kein WLAN o.ä. -und oft auch keinen Empfang- gibt.

Dies wird oft auch ganz bewusst von den Betreibern so eingestellt, damit man am Abend miteinander spricht, den Ausblick genießt und seine Zeit nicht mit Social Media verbringt. Wie ich selbst gemerkt hab, sind es oftmals diese Momente, die das Bergabenteuer ausmachen. Man trifft immer wieder interessante Menschen, von deren Erfahrungen in den Bergen man auf jeden Fall etwas lernen kann.

Hütten sind keine Hotels

So ähnlich läuft das auch mit den Duschen. Obwohl es der Wunsch von vielen Wanderern ist, sich nach der anstrengenden Tour erfrischen zu können, gibt es meist nur sehr wenige Dusch anlagen- für die man (nicht wenig) Geld bezahlen muss. So hat mir z.B. ein erfahrener Bergführer erzählt: „Ein Waschlappen tut´s auch, man muss nicht immer duschen!“

Aus diesem Grund wird z.B. auch die Kemptner Hütte  ihre Duschen in den neuen Waschräumen zumauern lassen, da einfach zu lange Wartezeiten davor entstanden. Wenn die Wanderer nur noch Duschen im Kopf haben und immer ungehaltener werden, rückt ja das Bergerlebnis in den Hintergrund.

Sichere Alpenüberquerung

Wer sicher Laufen und ans Ziel kommen will, darf potenziell gerne Unterstützung holen. Buchbare Touren werden von Bergschulen angeboten. So gab es in die Alpenüberquerung schon im Jahr 1978! Was mit 10 Personen begann, ist heute eine der beliebtesten Touren, denn man wandert von der Nordseite in Richtung Süden der Alpen.

Obwohl die Saison nun fast vorbei ist, ist es dennoch ratsam sich frühzeitig zu informieren und beispielsweise ein Vorbereitungswochenende für die Alpenüberquerung zu buchen.

  1. Avatar Madlen Schulze sagt:

    Super geschrieben ich denke das kann jeder
    bestätigen der gern mehrere Tage wander
    und unter anderem auch den 1. Teil des E5
    bewältigt hat

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