10.

Jun

Aussicht vom Latschenkopf auf den Forggensee

Vom Trubel in die Einsamkeit – versteckte Wege am Tegelberg

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experten-autor

Von weitem sichtbar und gerne besucht: Der Tegelberg bei Schwangau nahe Füssen ist ein beliebtes Ziel vieler Einheimischer und Gäste. Zu Fuß oder einfach und schnell per Bergbahn lockt der Berg, an dessen Fuß Schloss Neuschwanstein liegt, zahlreiche Besucher an. Stundenlang könnte man die unzähligen Gleitschirm- und Drachenflieger beobachten, die nahe der Bergstation starten – ein echtes Spektakel!

Aussicht Richtung Füssen beim Aufstieg zum Tegelberg

Aussicht Richtung Füssen beim Aufstieg zum Tegelberg

Auch ich wandere gerne auf den Tegelberg und in der umliegenden Landschaft. Letztens habe ich wieder einmal Rucksack und Wanderschuhe gepackt und bin mit ein paar Freunden vom Drehhütten-Parkplatz Richtung Tegelberg gestartet. Fast von Anfang an und auf dem Weg nach oben immer stärker hat uns der Trubel des beliebten Zieles eingeholt. Viele Wanderer jeden Alters genossen den Tag am Berg. Kurz vor dem letzten Gipfelanstieg jedoch führte uns unser Weg auf eine einsame Route. Bei sich zuziehendem Himmel bogen wir ab Richtung Latschenkopf.

Aussicht vom Latschenkopf auf den Forggensee

Aussicht vom Latschenkopf auf den Forggensee

Der unscheinbare Gipfel erstaunt mich immer wieder mit prächtigem Blick über Füssen und das Alpenvorland mit seinen vielen Seen. Ein Schluck Wasser und die Aussicht lässt uns kurzzeitig die Anstrengung des Aufstiegs vergessen. Als wir uns wieder auf den Weg machen, kommt gerade noch ein Paar auf den Gipfel. Ein paar nette Worte sind schnell gewechselt. Über Hänge mit letzten Schneeresten, die wir uns mit etwas Abstand mit einer Gämsenfamilie teilen, geht es an den Fuß des Franziskaners. Der weniger bekannte Gipfel steht wie ein eindrucksvoller, steiler Zahn in der Landschaft.

Franziskaner

Der Franziskaner nahe dem Tegelberg.

Alpensalamander

Am Wegesrand lassen sich immer wieder Alpensalamander beobachten.

Die Wiesen darunter sind der perfekte Brotzeitplatz! Doch die Wolken werden immer dunkler – Zeit, weiter zu gehen. Sanfte Hänge folgen, die den Blick auf die andere Seite Richtung Ammergauer Alpen eröffnen. Schon tüfteln wir die nächsten Touren aus! Über das Mühlberger Älpele wandern wir genüsslich, teilweise aber in durchaus abschüssigem Gelände, weiter zur Drehhütte.

Drehhütte

Die Drehhütte – ein beliebtes Ausflugsziel.

Einkehr in der Drehhütte

Die Einkehr in der Drehhütte lohnt sich, es gibt südtiroler Spezialitäten.

Verwundert schauen wir uns an. Die Ruhe um das beliebte Ausflugsziel am späten Nachmittag lässt uns kurzzeitig zögern. Aber egal, auf die südtiroler Spezialitäten haben wir uns schließlich schon die ganze Tour gefreut. Hinein in die warme und gemütliche Wirtsstube! Die Schlutzkrapfen und das Knödeltris sind absolut zu empfehlen! Den Fahrweg zurück zum Parkplatz schlendern wir satt und zufrieden. Unten angekommen, fängt es auch prompt zu regnen an – perfektes Timing! Eine wunderschöne Wanderung, die mir wieder einmal gezeigt hat, dass Trubel und Einsamkeit in den Bergen ganz nah beieinander liegen. Und es müssen nicht immer Gipfel sein, auch die Hänge und Wälder lassen das Herz jedes Bergliebhabers höher schlagen.

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