5.

Nov

Hochvogel

Christian Lemke

Registrierter

experten-autor

Wandern im Allgäu

Hochvogel

Wir sind auf einem der markantesten Gipfel des Allgäu gewesen. Der Hochvogel ist mit seiner Höhe von 2.592 Meters und seiner pyramidenartigen Form ein wahrer Klassiker. Wir haben uns dem Gipfel im Oktober vorgenommen und sind hierbei schon durch Schneefelder gewandert.

Aufstieg zum Prinz – Luitpold – Haus

Für die Tour haben wir uns 2 Tage Zeit genommen. Am ersten Tag sind wir von Hinterstein aus mit dem Bus an’s Giebelhaus gefahren. Allein die Fahrt durch das Hintersteiner Tal ist hier schon ein Erlebnis. Der Busfahrer fährt uns nicht nur zielsicher durch’s Tal sondern garniert alles noch mit nützlichem Wissen, z.B. zur Schlucht – Eisenbreche, die wir auf halbem Wege passieren.

Das Giebelhaus ist an einem sonnigen Samstag im Oktober sehr gut besucht, zumindest so lange die Sonne hier noch scheint. Sobald die Hütte im Schatten liegt, starten wir unseren Aufstieg zum Prinz – Luitpold – Haus. Dieser führt uns zuerst in direkt südlicher Richtung den Bärgündelsbach hinauf. Direkt an der Talstation der Materialseilbahn für das Prinz-Luitpold Haus geht es dann hinauf. Zuerst durch dichten Wald, der von unzähligen Bächen durchzogen wird, immer weiter bergan. Ca. 400 Höhenmeter steigen wir, teilweise in Serpentinen, so auf.

Nach ca. 3 Stunden kommen wir so am Prinz – Luitpold – Haus an und suchen uns einen Schlafplatz aus. Da das Haupthaus bereits seit Anfang Oktober geschlossen ist, machen wir es uns im Winterraum bequem, der an diesem Wochenende gut besucht ist. Nach unserem „italienischen Abend“ mit Ravioli aus der Dose und etwas Rotwein aus dem Tetrapack geht es in’s Bett, denn am nächsten Morgen wollen wir schon früh unterwegs sein.

Hoch zum Hochvogel

Das gelingt uns auch und so sind wir bereits vor Sonnenaufgang auf den Beinen und schieben unser Frühstück etwas nach hinten. Denn auf der Hälfte, kurz nach der „kalten Scharte“ können wir uns an zwei Ausblicken erfreuen. Erstens sehen wir von hier aus das erste Mal den Hochvogel und zweitens stehen wir dabei auch noch in der Sonne.

Bereits vor der kalten Scharte hat die Klettersteigpassage begonnen, die uns auch noch weiter begleiten wird. Einige Stellen sind bereits im Schnee versunken, sodass wir sie erst wieder ausgraben müssen oder uns anderweitig behelfen.

Der Gipfel des Hochvogel

Nachdem es nun zuerst wieder ein paar Höhenmeter abwärts geht startet dann der finale Anstieg zum Gipfel. Hier ist an ein paar wenigen Stellen der Einsatz von Händen und Füßen gefragt, insgesamt ist die Kraxelei zum Gipfel wenig gefährlich, Vorsicht ist jedoch allzeit geboten.

Oben angekommen wird man reichlich für alle Mühen belohnt. Denn der Ausblick ist in alle Richtungen ein Augenschmaus und hier könnte man Stunden verbringen. Vorteilhaft ist, dass der Gipfel sehr geräumig ist und vielen Wanderern Platz bietet.

Fazit

Der Hochvogel ist ein „Muss“ für ambitionierte Wanderer, die das Allgäu entdecken möchten. Der Weg aus Hinterstein ist bereits ein Erlebnis für sich, und wer dann die vielen Höhenmeter schafft, wird mit einem Ausblick belohnt, der seinesgleichen sucht. Aber gleichzeitig ist der Gipfel des Hochvogel auch ein Mahnmal. Denn der Bäumenheimer Weg aus dem Lechtal ist teilweise gesperrt, und hier wird auch klar, warum. Der Gipfel scheint tatsächlich auseinander zu brechen und große Teile werden dann in Richtung Lechtal stürzen. Somit sind den Warnungen jedenfalls Folge zu leisten und von einer Nutzung des Bäumenheimer Wegs abzusehen.

Chris arbeitet hauptberuflich für Bergwasser und führt Canyoning- und Raftingtouren durch und schreibt hin und wieder im Allgäuer Alpen Blog über seine Erlebnisse im Allgäu und drumherum.

 

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