31.

Aug

Tücher aus Allgäuer Bienenwachs – Der Selbstversuch

Anke Hainzinger

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experten-autor

Bienenwachstücher stellen eine natürliche und vor allem plastikfreie Verpackungsalternative für den Alltag dar. Mit wenig Aufwand können diese auch ganz einfach selbst gemacht werden – ich haben den Selbstversuch daheim gewagt.

 

Wachsernte im Honigdorf Seeg

Ich begebe mich auf die Suche nach Bienenwachs, das im Allgäu nachhaltig gewonnen wird. Im Honigdorf Seeg werde ich fündig. Das Honigdorf hat die größte Imkerdichte in Deutschland. Auch wird in der Seeger Landwirtschaft kein Kunstdünger verwendet, weshalb jedes Bienenprodukt aus Seeg zu 100% natürlich ist. Bei meinem Besuch im Honighaus treffe ich Herrn Nuschele, den Vorsitzenden des Bienenzuchtvereines Seeg, um ein bisschen mehr über Bienenwachs und die Herstellung und Gewinnung zu erfahren.

EI-Wachs-TourismusverbandOAL_MS&PSchott

Bienenwachspastillen aus dem Honigdorf Seeg © Tourismusverband OAL_MS&P Schott

Der Selbstversuch daheim

Mit viel neu gewonnenem Wissen und einem Pfund Bienenwachs in der Tasche, mache ich mich auf den Weg Richtung Stoffladen um einen hübschen Stoff auszusuchen. Die Auswahl fällt mir bei so vielen schönen Mustern nicht leicht und doch macht es unglaublich viel Spaß zu stöbern. Auch Kinder haben ihre Freude daran geeignete Stoffe auszusuchen um von nun an ihr Pausenbrot in einem hübschen, selbstgemachten Bienenwachstuch zu packen.

Zu Hause angekommen lege ich gleich mit der Herstellung los. Die Herstellung selbst ist sehr simpel und die Zutatenliste überschaubar:

Die Zutaten für die Herstellung von nachhaltigen Bienenwachstüchern © Anke Hainzinger

  • Bienenwachs
  • Baumwollstoff
  • Schere

Schritt für Schritt Anleitung zum selber machen:

  1. Der Baumwollstoff muss zuerst zugeschnitten werden. Die Größe ist ganz euch überlassen.
  2. Nachdem ich die Tücher zugeschnitten habe, lege ich ein Backblech mit Backpapier aus und platziere das Tuch darauf.
  3. Als nächstes wird das Wachs gleichmäßig auf dem Tuch verteilt. Je nachdem in welcher Form man das Bienenwachs kauft (als Klotz oder in Tropfenform) wird das Wachs mit einer alten Käsereibe gehobelt und dann gleichmäßig auf das Tuch gestreut. Faustregel: Für eine Tuchgröße 20 cm x 30 cm reicht eine Handvoll Wachs. So reicht das Pfund Wachs für mindestens 10 Tücher.

Baumwollstoff mit Wachstropfen bereit für den Ofen © Anke Hainzinger

  1. Das Backblech mit dem Tuch und dem Wachs schiebe ich dann in den Ofen und erwärme es bei ca. 80°C Umluft. Der Schmelzpunkt von Bienenwachs liegt, so weiß ich jetzt, bei 64-65 °C. Nach ca. 5 Minuten hat das Bienenwachs das Tuch dunkel, nass und gelb gefärbt.

An manchen Stellen, gerade am Rand, war nicht genug Wachs – was man durch helle Flecken gut erkennen kann. Hier gebe ich einfach nochmal Wachs auf die unbehandelte Stelle und schiebe das Blech erneut in den Ofen, bis kein Unterschied mehr zu sehen ist.

Danach nehme ich das Tuch heraus und hänge es zum Trocknen auf. Bei Zimmertemperatur wird das Wachs binnen weniger Sekunden hart:

Der Trocknungsprozess nach dem schmelzen © Anke Hainzinger

Fertig ist mein eigenes Bienenwachstuch und sogleich bereit für den Einsatz!

Das fertige Bienenwachstuch © Anke Hainzinger

 

Tipps:

Weniger ist mehr: Man darf nicht zu viel Wachs verwenden, da sich das Tuch sonst hinterher schlecht biegen lässt.

Bei zu viel Wachs: Das Tuch einfach zwischen zwei Backpapierbögen legen und darüber bügeln, dann verteilt sich das Wachs gleichmäßig im Tuch und überschüssiges Wachs wird herausgepresst.

Farbauswahl: Weiße Tücher bekommen einen leichten Gelbstich durch das Wachs, farbige Tücher gleichen das aus.

Die Herstellung der Wachstücher lassen sich auch super an einem Kindergeburtstag umsetzen oder können als kleines Mitbringsel auf einem Grillabend dienen.  Auch ist es eine schöne DIY Aktion für die ganze Familie und sorgt für etwas Abwechslung im Alltag oder in den Ferien. Egal mit wem oder für wen ihr die Bienenwachstücher herstellt, Sie werden auf alle Fälle begeistern.

Die Wachstücher sind auch eins schönes Geschenk © Anke Hainzinger

Und falls euch das Thema Bienen, Imkerei und regionale Produkte aus dem Allgäu mehr interessiert, sollte Sie bei ihrem nächsten Besuch in unserer Region auf alle Fälle im Honigdorf Seeg vorbeischauen. Der Besuch lohnt sich!

 

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