20.

Aug

Wiesengänger und Wasserläufer Route – Isny bis Ermengerst (Teil 3)

Günter Kromer

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Warum in die Ferne fliegen, wenn es in Deutschland noch so viel zu entdecken gibt? Von 1.7.2018 bis 30.6.2020 wanderte Günter Kromer 10.000 Kilometer auf den schönsten Fernwanderwegen Deutschlands. Mit seinem Projekt www.d-wanderer.de will er viele andere Menschen dazu motivieren, selbst wieder mehr in der Heimat zu erleben. Früher ist er auch oft in Europa und auf der ganzen Welt gereist, hat Reportagen für ein Kulturmagazin und ein Online-Laufmagazin geschrieben und drei Bücher veröffentlicht, doch inzwischen erkennt er, dass sein Herz nach wie vor am stärksten für die Natur in der Heimat schlägt. Das Ällgäu zählt für ihn zu den schönsten Regionen Deutschlands. Nach seiner Wanderung auf der Himmelsstürmer-Route der Wandertrilogie Allgäu im Jahr 2019 ist er dieses Jahr auf der Wiesengänger-Wasserläufer-Route unterwegs. Hier erzählt er von seiner Wanderung. 

Teil 3 von 4

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11.6.2020 Isny – Bolsternang 22 km

Nach mehreren trüben Tagen kann ich heute endlich die wunderschöne Landschaft bei intensivem Sonnenschein genießen. Auch weiterhin wandere ich gleichzeitig auf der Wiesengänger Route und auf der Wasserläufer Route.

Blauer Himmel, grüne Wiesen – so kann es bleiben!

Der faszinierende Eistobel, wo sich ein Fluss tief in das Molassegestein eingegraben hat, ist einer der Höhepunkte der Wiesengänger und der Wasserläufer Route. Nach den regenreichen Tagen sind die vielen Wasserfälle heute besonders eindrucksvoll.

Im Eistobel rauscht die Flut durch die Schlucht

Auch viele andere Wanderer sowie Familien mit Kindern genießen heute dieses Naturschauspiel. An manchen Stellen führen Stege direkt an der Felswand entlang, andere führen bis ans Ufer.

Als ich über einen hohen Bergrücken nach Bolsternang wandere, scheint zwar über mir die Sonne, aber die fernen Alpengipfel stecken jetzt noch immer in Wolken.

12.6.2020 Bolsternang – Ermengerst 25 km

Heute ist die Fernsicht endlich klar und frei, aber dennoch muss ich am höchsten Punkt meiner Strecke, dem 1118 m hohen Schwarzen Grat, auf den erhofften Rundblick verzichten, da der Aussichtsturm noch wegen Corona gesperrt ist.

Normalerweise bietet der Turm eine weite Aussicht.

Doch bald darauf schaue ich von einer ehemaligen Alm hinüber zum Säntis. Auch den Bodensee erkenne ich in der Ferne.

Endlich Alpenblick!

Oberhalb von Kreuzthal belagern Kühe ein Gipfelkreuz und verhindern dynamisch, dass ich mich auf die Bank setze und die schöne Aussicht auf die Alpen und das Voralpenland in aller Ruhe genieße.

Diese Bank wird gut bewacht

Ein paar Kilometer weiter erreiche ich einen sonnigen Hang, wo ich bei einer langen Rast alle großen Gipfel der Allgäuer Alpen vor mir sehe.

Bei klarer Fernsicht spaziere ich weiter

Auch am Blender erfreut mich ein weiter Fernblick. Ich sehe viele Gipfel, von der Nagelfluhkette über den Allgäuer Hauptkamm bis zum Brauneck.
Oberhalb von Ermengerst begeistert mich ein wunderbarer Pfingstrosengarten.

Hier blühen Pfingstrosen in vielen verschiedenen Farben.

Nach dem Abendessen spaziere ich noch einmal hier hinauf und genieße bis lange nach Sonnenuntergang die Abendstimmung und den Alpenblick.

 

 

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