17.

Aug

Mit dem E-Bike durch’s Allgäu – als Nicht-Radlerin

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experten-autor

Radeln ist nicht jedermanns (oder -fraus) Sache. Fügt man allerdings ein bisschen elektrische Unterstützung und eine Prise Allgäu hinzu, entwickelt sich das Radfahren auch für Nicht-Radler*innen zu einer tollen Erfahrung – Unterwegs auf der Radrunde Allgäu und den Glückswegen

Fahrradfahren und ich – wir waren noch nie beste Freunde. Man könnte es eher als Zweckbeziehung verstehen die neu belebt wird, wenn eine Strecke zu kurz zum Autofahren und zu lang zum Gehen ist. Deshalb bin ich keine Person, die einfach aus Spaß eine Radtour dreht. Es muss schon mit etwas erfreulichem verbunden sein.
Umso glücklicher war ich als ich gefragt wurde, ob ich 2 Journalisten aus Hamburg im Rahmen ihrer Recherchereise auf einer Radtour begleiten möchte.
Ein Blick in den Wetterbericht ließ einen kleinen Hoffnungsschimmer aufkommen: es war Regen angesagt. Aber anstatt die Radtour abzusagen wurde beschlossen sie im schlimmsten Fall einfach zu verkürzen.
Hilft ja nix. Also, Helm einpacken, die alte Radlerhose aus dem hintersten Eck des Schrankes rauskramen und los ging es.
Startpunkt Bad Grönenbach. Der Plan: Teils auf der Radrunde Allgäu, teils auf den Glückswegen zum Illersteg, Maria Steinbach, Illerbeuren und zurück nach Bad Grönenbach. 

Auf den Glückswegen zum Illersteg

Auf den Glückswegen zum Illersteg

 

Ein Hoch auf die Technik

Eine gute Nachricht vorweg, es wurden E-Bikes für die Tour gestellt.
Nicht falsch verstehen, ich mache gerne Sport und habe auch nichts gegen Anstrengungen – aber eben nicht beim Radfahren.

Der erste Anstieg begrüßte uns direkt nach unserem Start. Ein kurzes, steiles Stück durch den Wald. Juhu! Ich war froh um mein E-Bike und schaltete kurz in den Turbo, viel besser! Die erste kleine Anstrengung war zum Glück schnell überwunden und es ging erstmal wieder bergab Richtung Oberbinnwang. Vorbei an neugierigen Kühen und vereinzelten Häuschen und schon war der kleine Ort durchquert. Über Kieswege hinweg ging es dann steil bergab durch ein kleines Waldstück. 

Bergab von Oberbinnwang zum Illersteg

Bergab von Oberbinnwang zum Illersteg

An dieser Stelle war ich sehr froh, den Abhang nicht hochfahren zu müssen. Denn der wäre trotz E-Bike eine Herausforderung geworden. “Da sieht man mal, dass man auch im Unterallgäu manchmal nicht ohne E-Bike auskommt”, bestätigte auch unser Guide Tobias Klöck. Für erprobte Radler wäre das sicher kein Problem, aber auch bergab war es mir hier etwas mulmig und meine Bremsen wurden stark beansprucht. Nach diesem Nervenkitzel hieß es dann erstmal Pause am Illersteg – verdient würde ich sagen. 

 

Erfrischung an der Iller

Vom, etwas wackeligen, Turm am Illersteg aus hat man eine tolle Aussicht über die gesamte Anlage mit Sitzbänken, Kneipp-Becken, Grillstellen und der Fischtreppe. Das Illerufer war trotz des schlecht-prophezeiten Wetters gut besucht. Besonders für Familien mit Kindern gibt es hier viel zu entdecken, aber auch für mich war es sehr schön den Blick über das Geschehen schweifen zu lassen und die Füße kurz in der Iller abzukühlen.

Nach dieser Erfrischung strampelte es sich gleich viel besser. Weiter ging es also über Graben, Hub und Kaltbronn zur Wallfahrtskirche Maria Steinbach. Das Wetter meinte es immer noch gut mit uns, obwohl man in der Ferne, hinter der Kirche, die dunklen Wolken sehen konnte. Doch wir blieben verschont und kamen trocken an der Kirche an. Diese gilt als kunsthistorischer Schatz des Barocks und Rokokos und versetzt ihre Besucher definitiv ins Staunen. 

Die Wallfahrtskirche Maria Steinbach vor gewittriger Kulisse

Die Wallfahrtskirche Maria Steinbach vor gewittriger Kulisse

Die Wallfahrtskirche in Maria Steinbach, ein kunsthistorischer Schatz

Die Wallfahrtskirche in Maria Steinbach, ein kunsthistorischer Schatz

Nach einem kurzen Aufenthalt an der Kirche ging es weiter Richtung Lautrach durch ein schönes Waldstück. Die angenehm kühle Waldluft und das satte Grün, ein kleines Bächlein das sich seinen Weg durchs Dickicht sucht. Herrlich.
Wir verließen den Wald und wurden direkt mit einem weitläufigen Blick über die Iller belohnt. Die historische Eisenbahnbrücke führte uns direkt nach Illerbeuren.

Die neue Illerbrücke in Illerbeuren

Die neue Illerbrücke in Illerbeuren

 

 Das Unwetter im Rücken

Eine kurze Durchquerung des kleinen Ortes und (leider) vorbei am Gromerhof, der an heißen Tagen mit kühlen Getränken und leckeren Speisen aushelfen kann. Aufgrund der bereits vorangeschrittenen Stunde durch unsere vielen Päuschen betrachteten wir den schönen Biergarten jedoch nur von außen und fuhren direkt zurück Richtung Bad Grönenbach. Das erwartete Unwetter begleitete uns weiterhin in der Ferne und bescherte uns einige spektakuläre Ausblicke über die unterallgäuer Landschaft. Vorbei an einem Rapsfeld wurde der Kontrast zum schwarz blauen Himmel besonders stark hervorgehoben.
Wieder angekommen am Ausgangspunkt in Bad Grönenbach musste ich doch zugeben, ja es war eine schöne Runde. Obwohl mir die Unterstützung durch mein E-Bike sehr gefallen hat, lässt sich unsere Strecke auch aus eigener Kraft gut bewältigen. Und wer weiß, vielleicht verschlägt es sogar mich wieder aufs Rad.

Gewitterstimmung im Allgäu

Gewitterstimmung im Allgäu

 

Service

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