13.

Aug

Jubiläumsweg – Eine Wanderung in den Allgäuer Alpen

Martin Fiala

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experten-autor

Geschichte Jubiläumsweg als Wanderroute:

Die Idee des „Jubiläumsweges“ wurde im Jahre 1897 geboren. Die Wegwahl der Wanderung in den Allgäuer Alpen sollte wie folgt zum Prinz-Luitpold-Haus führen: vom Gaishorn den Hauptgrat der Allgäuer Alpen entlang, hinter dem Rauhhorn zur Hinteren Schafwanne, am Kugelhorn und Schrecksee vorbei und an der steil abfallenden Notländ durch über die Balkenscharte. Die Wanderroute des 18 Kilometer langen alpinen Höhenwegs führt entlang der Grenze von Deutschland (Bayern) und Österreich. Aufgrund seiner Länge verlangt der Jubiläumsweg ein hohes Maß an Kondition, obwohl er zwischen den höchsten Punkten Gaiseckjoch und Bockkarscharte in relativ gleichbleibenden Höhen (1.800 bis 2.000 m) verläuft. Den Auf- und Abstieg sollte man jedoch nicht unterschätzen, egal in welcher Richtung der Weg begangen wird. Der Wanderung führt an einer Reihe von herrlichen Berggipfeln und an einem wunderschönen Bergsee, dem Schrecksee, vorbei. Seine landschaftliche Vielfalt, die Alpenflora und die Hochgebirgs-Tierwelt geben der Tour über den Jubiläumsweg einen ganz besonderen Charakter.

Jubiläumsweg,  Wanderung

Start der Wanderung am Giebelhaus im Allgäu:

Wir (Irene, Jörg und ich) ließen das Auto am Parkplatz von Hinterstein stehen und nahmen den Bus zum Giebelhaus um zur Wanderroute zu kommen. Die Fahrpläne für den Bus findet man hier. Am Giebelhaus (1.068 m) ging unsere Tour los. Das Wetter spielte mit und wir Drei waren bester Laune. Wir stiegen zuerst gemächlich auf guter Straße durch das Bärgündeletal bis zur Point-Hütte auf. Von da an ging es steiler, jedoch auf gutem Pfad bis zum Prinz-Luitpold-Haus (1.846 m). Die tolle Aussicht auf den Großen Wilder und den Schneck machten den Aufstieg zeitweilig.

Wanderung: Jubiläumsweg in den  Allgäuer Alpen

Aufstieg in die Bockarscharte:

Nach einer kurzen Stärkung am Prinz-Luitpold-Haus (1.846 m) nahmen wir den eigentlichen Jubiläumsweg in Angriff und stiegen erst unter den Wänden der Fuchskarspitze (2.314 m), später der Kesselspitze (2.284 m) bis in die Bockkarscharte (2.164 m) auf. Die Bockkarscharte belohnte uns mit wunderschönen Ausblicken auf die bizzare Höfats im Südwesten, den Hochvogel im Westen und auf das einsame Schwarzwassertal im Osten.

Wanderung: Jubiläumsweg in den Allgäuer Alpen

Man sollte den Jubiläumsweg nicht unterschätzen. Konditionsstarke Wanderer können diesen Weg in 8-12 Stunden ohne Probleme an einem Tag meistern. Ein Übernachtung im Prinz Luitpold Haus oder / und in der Willersalpe erleichtern das Abenteuer. Der Jubiläumsweg ist ein alpiner Wanderweg, der in der Höhe von ca. 2.000 Metern verläuft. Die Bockkarscharte liegt auf 2.164 Metern Höhe und stellt den höchsten Punkt des Weges dar. Teile des Weges sind mit Stahldraht gesichert. Das Tragen und Mitnehmen einer entsprechenden Ausrüstung und Verpflegung sind auf dieser Wanderroute notwendig.
Die beste Wanderzeit ist von der Schneeschmelze abhängig. August bis Oktober stellen normal die besten Monate dar. In nördlicher Richtung begangen, bietet der Jubiläumsweg am Ende unterschiedliche Abstiegsoptionen, die je nach Wetter, Kondition und Wohlbefinden die Unternehmung erleichtern oder  verschärfen können.

Wanderung, Jubiläumsweg Wanderweg

Abstiegsmöglichkeiten beim Jubiläumsweg – Option Abstieg vom Schrecksee:

In der Lahnerscharte angekommen diskutierten wir kurz und entschieden, den Tag mit einem Bad im Schrecksee ausklingen zu lassen und von dort nach Hinterstein abzusteigen. Der Abstieg vom Schrecksee zum Parkplatz in Hinterstein dauerte ca. 1,5 Stunden. Diese Abkürzung empfiehlt sich für alle, die keine Reserven oder keine Zeit mehr haben, weitere 3-4 Stunden zu laufen.

Abstiegsmöglichkeit : Schrecksee in den Allgäuer Alpen

Abstiegsmöglichkeiten beim Jubiläumsweg – Option Überschreitung Rauhhorn:

Den Ambitionierten und Erfahrenen ist die Überschreitung des Rauhhorns (2.241 m) ans Herz gelegt. Die Überschreitung bietet wunderschöne Gratkletterei mit Kletterstellen bis zum Schwierigkeitsgrat II. Entsprechende Stellen sind mit Drahtseil versichert. Der Aufstieg vom Schrecksee über den Südgrat erfordert Kletterstellen bis zum Schwierigkeitsgrad I+. Der Abstieg über den Nordgrat bringt dann Passagen in Schwierigkeitsstufe II mit sich . Vom Gaiseckjoch (2.088 m) zwischen Rauhhorn und Gaiseck – steigt man dann in nord-westlicher Richtung zur Willersalpe (1.456 m) und folgend zurück nach Hinterstein (860 m) ab.

Abstiegsmöglichkeit Rauhhorn in den Allgäuer Alpen

Abstiegsmöglichkeiten beim Jubiläumsweg – Option Abstieg zum Vilsalpsee:

Man steigt vom Schrecksee in den Sattel zwischen Kugelhorn und Rauhhorn. Von hier führt der Jubiläumsweg nach einem kurzen Abstieg östlich des Rauhhorns vorbei zum Gaißeckjoch (2.088 m) zwischen Rauhhorn und Gaiseck. Kurz vor dem Aufstieg in diese Scharte, östlich des Rauhhorns, besteht die Möglichkeit zum wunderschönen Vilsalpsee (ca. 1.150 m) abzusteigen. Diese Variante sollte man vorher planen und ein Fahrzeug am Vilsalpsee oder im Tannheimer Tal abstellen.

Allgäu-Alpen: Vilsalpsee

Abstiegsmöglichkeiten beim Jubiläumsweg – Option Abstieg über Willersalpe:

Man steigt vom Schrecksee in den Sattel zwischen Kugelhorn und Rauhhorn. Von hier führt der Jubiläumsweg nach einem kurzen Abstieg östlich des Rauhhorns vorbei zum Gaiseckjoch (2.088 m) zwischen Rauhhorn und Gaiseck. Von dort gelangt man -wie beschrieben- über die Willersalpe nach Hinterstein in ca. 1 – 1,5 Stunden.

Abenddämmerung auf der Wanderroute des Jubiläumsweges Jubiläumsweg Wanderung: Wiese in den Allgäuer Alpen

Google Earth Karte:

Google Earth Jubiläumsweg Wanderung

Weitere Bilder und Informationen:

  1. Lisa sagt:

    Ist diese Tour mit Hund machbar?

  2. Manfred Salzer sagt:

    Wunderschöne Bilder! Mir wird ganz warm ums Herzerl!!! Ich habe diese Teilstrecke 3 x gewandert bei meinen Allgäuer Hüttentouren jeweils ab Kleinwalsertal/Kanzelwandbergstation – Fidererpasshütte – Mindelheimer – Abstecher Widdersteinhütte samt Gipfel – Rappenseehütte mit Biberkopftour – Heilbronner Weg (mit Abstecher Hohes Licht) – Steinschartenkopf – Bockarkopf – Schwarzmilzferner queren – Mädelegabel (mitnehmen) – den Kratzer südseitig umgehen bis zu Mädelejoch und etwas runter zum Kemptner Haus. Dann im wunderschönen Aufwärtsbogen zum Fürschießersattel. Den Krottenspitzgrat unterhalb queren hinüber zum Grat welcher über Kreuzeck bis zum Rauheck. Dort links absteigen in die Mulde zwischen Rauheck und Höfats und dort rechts hinunter zum Eissee welche im letzen (der 3 Jahre) wirklich noch viel Eis hatte. Sah aus als stehe man an einem (kleinen natürlich) Gletscherabbruch. Guter Halbzeitrastplatz zum „Beine im Wasser baumeln lassen“, nur kurz natürlich weil Wasser „Popo-kalt“ war ;-). Später wieder ansteigend zum Himmeleck und weiter hinunter/hinüber. Direkt vom Himmeleck links haltend sowie unten bei der unbewirtschafteten Almhütte kann man links zum Laufbacher Eck und auf dem Laufbachereckweg via Nebelhorn und Bergbahn Oberstdorf die Tour beenden. Wir aber weiter Richtung Prinz-Luipold-Haus (Pr.-L.-H.) wieder ansteigend bei dem es mehrere Male durch durch Buschvegetation geht. Guter Weg, nur im Hochsommer samt Sonne ist es da drin schlimmer wie in einer Sauna! Warum? In der Sauna bin ich nackig! Hier aber bekleidet, dann Rucksack je nach Tages oder Wochentour (wie ich), und es steigt stetig an. Saua überstanden und zum Schluss, das kann man schon ab Himmeleck erkennen, sind es 3 Serpentinen hoch. Noch etwas „um die Ecke“ und man ist hocherfreut dass nun nur noch so Viertelstunde über einen Geröllhang zum sichtbaren Pr.-L.-H. geht Dieser Moment erschien mir jedesmal wie ein „Geschenk des Himmels!!!“ ;-) Pr.l.Haus dann 2x ÜN immer weil die Hochvogenbesteigung ein Muss ist für bergerfahrene Bergwanderer! 6x durfte ich Ihm in meinem Bergwanderleben auf`s Haupt steigen. 1968, 1988, 1990-92, und Ende Neunziger das 6. Mal. 1993 waren wir 3 Wander zu früh dort ab Landsberger Hütte. Da bin mit der Neunerköpflebahn hoch und diese Tour mal von der anderen Seite zu packen. Ging dann aber nicht wegen zuviel Schnee zur Scharte zwischen Landsberger Hütte und Pr.-L-Haus. Den ganzen Schartenanstieg hinauf nur im fast riesigen Schneefeld plus einer 2-3 Meter hohen Überhangswächte welche wir zu dritt dann packten. Zwei schoben den 1. hoch, dann Einer schieben und der obere bauchliegend hochziehend. Der 3., das war dann ich wurde von Beiden bauchliegend hochgezogen. Da wussten wir Dreie dass es heuer zum Hochvogelgipfel nix wird wegen zuviel Schnee. Wir sind jene Bergwanderer die auch gesund wieder nach Hause zur Frau oder/und zur Familie kommen wollen und hatten kein Problem andertags dann abzusteigen zum Giebelhaus. Meine Hüttentour ging dann 2x bis Landsberger Hütte samt wunderschönen Abstieg zum Vilsalpsee. Das letzte Mal wollte ich noch ganz vor bis zum Neunerköpfle und dann natürlich, angesichts der 8-10 Tagetour, die Neunerköpflebergbahn liebend gerne zum absteigen benutzt. Heut mit nun 71 Jahren als gehbehindeter Senior mit flottem E-Mobil erfreue ich mich immer wieder auf`s Neue wenn solche Allgäubilder, egal wo, sehen kann und natürlich auch meine 90-ziger Hüttentouren welche ich schon vor Jahren digitalisiert habe. Schlusswort, gräm Dich NIEMALS wenn Du „alt und gebrechlich“ wirst, sondern erfreue dich an dem vielen ERLEBTEN was Du erleben durftest in den Bergen!!! Prioritäten setzen ist wichtig! Bei mir ist es dass mit meinem nun 1/2 Jahr alten E-Mobil (Mobby I) mit 3 Gängen > 6/15/ und 25 km/h) < trotzdem das Allgäu besuche und die vielen wunderschönen Täler mit meinem Mobby I dann befahre bis nicht mehr (fahrbar) weitergeht. Das meine ich mit Prioritäten!!! ;-) Gruß aus dem "heutigen" verschneiten Hannover, Ex-bergfex Manne ;-)

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