6.

Mrz

Kneipp im Winter, die ideale Kombination eines Allgäuer Winters

Simone Zehnpfennig

Registrierter

administrator

Vom Holzhacken, Barfußlaufen im Schnee, Langlaufen, Rodeln und Winterwandern – Allgäuer Winter und Sebastian Kneipp – die perfekte Kombination der winterlichen Alpenwellness Allgäu

Wie wusste schon Sebastian Kneipp vor 170 Jahren: Urlaub im Winter wirkt doppelt. Denn die besonders reine, allergenarme Luft ist durch den Temperaturunterschied und die Luftfeuchtigkeit noch wirksamer, noch sauerstoffreicher, als es im Allgäu, im Kneippheilbad Bad Hindelang sowieso schon ist. Wir wollten wissen ob diese alte Weisheit auch heute noch stimmt. Die Wahl der Unterkunft viel leicht, denn schon seinerzeit weilte Prinz Luitpold von Bayern im nach ihm benannten Hotel, dem Hotel Prinz-Luitpold-Bad, heute ein modernes ****Haus. Prinz Luitpold war ein Anhänger der Kneippschen Lehre und übernahm die fünf Wirkprinzipien des heute anerkannten Naturheilverfahrens. Dieses stützt sich auf den fünf Säulen der Bewegung, Ernährung, der Heilkraft des Wasser, der Wirkung der Kräuter und der Inneren Ordnung.Eine Form der Bewegung, welche Kneipp empfahl, war das Holzhacken. Und so probierten wir es ebenfalls aus.

Holzhacken als eine Art der Bewegung

Hotelier Armin Groß zeigt uns vorm Hotel, wie man richtig Holz hackt. Ein paar unserer Gruppe trauen sich sogleich, kennen sie doch Holzhacken von zu Hause. Und weil sie dort noch nie eine fachmännische Anleitung erhalten haben, nutzen sie die Gelegenheit um später auch zu Hause das Gelernte anzuwenden.

Historisches Holzhacken

Historische Aufnahme aus Bad Wörishofen: Umsetzung der Kneippsche Lehre: Bewegung in Form von Holzhacken.

Zum traditionellen Allgäuer Winter gehört das Rodeln. So ist unser nächstes Ziel der letzte gelernte Wagner und Schlittenbauer Rudolf Finkel aus Bad Oberdorf/BadHindelang. Seine Werkstatt liegt etwas unterhalb des Hotels. Finkel erzählt uns, wie er 1961 noch den Beruf des Wagners gelernt hat, als man eigentlich schon auf Gummibereifung umstieg. Auch holten die Bauern im Winter immer seltener mit dem Hornarschlitten das Heu aus den Hütten ins Tal. Mit Reparaturen der Hornarschlitten, von Arbeitsgeräten der Bauern und dem Bau von Schlitten und von Holzsachen für Gäste gelingt es ihm bis heute, seinem Beruf mit Leidenschaft nachzugehen. Hierzu gehört auch das Aufspüren von gekrümmten, natürlich gewachsenen Ahornholz, das an den steilen Bergflanken über Jahrhunderte wächst.  Aus diesem besonderen Holz, oder auch der Eibe, fertigt nicht nur Rudolf Finkel wunderschönes Handwerk. Sein Sohn Christoph fertigt Kunst. Christoph Finkel ist gelernter Bildhauer und seine Werke wurden mehrfach prämiert.

der letzte gelernte Wagner

Schlittenbauer Rudolf Finkel aus Bad Hindelang

In der Werkstatt haben wir nachvollziehen können, wie viele Arbeitsschritte notwendig sind, um einen Rennrodel zu erhalten. Die Kufen bestehen aus Edelstahl, es rostet nichts mehr und wir wollen einen solchen traditionellen Holzrodel auf einer Naturrodelbahn ausprobieren. Mit dem Schlitten ins Tal zu sausen ist eine Riesengaudi für Groß und Klein. Bergauf geht es bequem per Gondel oder wie wir es taten, zu Fuß, eine wunderschöne Winterwanderung. Rodelspaß pur bieten vor allem die drei  3,5 km langen Abfahrten der Naturrodelbahn an der Hornbahn Hindelang:  Von der Bergstation bietet sich ein herrlicher Ausblick auf die verschneite Landschaft. Schließlich geht´s tatsächlich rasant hinab und wir haben alle richtig Spaß an diesem Familienvergnügen. Laut ADAC Test sind die Rodelbahnen im Übrigen die besten Deutschlands und in puncto Sicherheit und Qualität mit „sehr gut“ bewertet. So macht das Rodeln auch den Kindern viel Spaß. Durch die Beschneiungsanlage an der „blauen“ Rodelbahn ist zudem für ausreichend Schnee gesorgt.

 Schlitten können gegen eine kleine Gebühr an der Talstation der Hornbahn ausgeliehen werden.

Naturrodelbahn Bad Hindelang

Nach dem Rodeln ging´s zum Langlaufen: Die Loipenbedingungen sind im Allgäu hervorragend, insbesondere das Oberjoch und Tannheimer Tal sind bekannt für das ausgedehnte Lopiennetz.. Und so kommen ein paar Teilnehmer aus unserer Gruppe in den Genuss, einen professionellen Langlaufkurs über die Skischule Nordicpower mit Uwe Spörl zu machen. Könner der Gruppe zieht es hinaus ins Gelände um zu testen ob der ADAC zu Recht den 45 beschilderten Hindelanger Loipenkilometern die Bestnote – fünf Sterne, erteilt hat. Und wir sind uns alle einig: Ja! Und auch die Anfänger sind nach vier Stunden begeistert: Sie merken, Langlauf macht nicht nur Spaß, auch weil es leicht zu erlernen ist, sondern erfahren auch dass das sanfte Gleiten auf schmalen Brettern ein besonders gesunder Wintersport: es stärkt Herz, Kreislauf, Muskulatur und das Immunsystem gleichermaßen.

Langlaufkurs I

 

Das Hotel Prinz-Luitpold-Bad

Das 4 Sterne Hotel Prinz-Luitpold-Bad wurde 1864 wegen der hier entspringenden Schwefelquelle gebaut. Damit kann man es als eines der ersten Wellnesshotels im Allgäu und in Bayern bezeichnen. Das Haus beherzigt aber wie damals auch das Naturheilverfahren von Sebastian Kneipp und verweist aus dieser Zeit auf Originalschriften. In denen ist zu lesen, wie wichtig die Bewegung und auch der Kältereiz ist. Und so wagen wir uns barfuß in den Schnee, nachdem wir gelesen haben, wie gesund dieser Reiz ist. Gerade jetzt, wenn die Frühlingssonne den Schnee schmilzt.

Original Kneiplehre

 

  1. Kinker Franz Kinker Franz sagt:

    Oh ja, die belebende Wirkung von Barfußlaufen im Schnee kann ich nur bestätigen. Sooft es die Schneelage erlaubt drehe ich meine Runden im Schnee ohne Schuhe. Auch unsere Feriengäste habe ich schon dazu überreden können. Bei Dunkelheit steckte ich ein Fackel draußen auf die Wiese, wir rannten los bis zur Fackel, und in windeseile wieder zurück ins warme Haus. Dort stand eine Wanne mit warmem Wasser bereit, in der wir unsere Füße wieder wärmen konnten. Dann die Beine abtrocknen und ab ins Bett – das Gefühl ist unbeschreiblich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.