4.

Mrz

Im Winterwunderland am Grünten: Familien-Schneeschuhwanderung

Susanne Baade und Dirk Lehmann

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Es geht ganz leicht: Schuh einrasten – und dann trägt einen der Schnee…

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…auf dass man unbedingt immer wieder Umwege machen will

Ganz großes Kino. Wenn Norddeutsche in den Winter reisen… Wir suchen die Herausforderung im Schnee – und lassen uns begeistern für eine Schneeschuh-Tour. Ein großer, verblüffend anstrengender Spaß im Winterwunderland am Grünten. Mit einer Schrecksekunde für Städter

Eine Reportage von Susanne Baade (Fotos) und Dirk Lehmann (Text)

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Vom Zauber einer unberührten Winterlandschaft: Familien-Wanderung…

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…mit voller Konzentration und großer Begeisterung

Haben wir etwas übersehen? Der Mann vom Schneeschuh-Verleih hatte doch gesagt, man könne die Neumeyerhütte eigentlich kaum verfehlen. Und das Coole – es hörte sich lustig an, wie er das sagte: „Dasch Kuhle ischt ja…“ – sei ja, dass es für Schneeschuhgeher keine Hindernisse gebe. Wenn wir mal einen Abzweig verpasst hätten, könnten wir an einem Tag wie diesem einfach querfeldein marschieren. Er hatte uns in die Technik des Schneeschuhgehens eingewiesen, in einem Google-Maps-Ausdruck die Route markiert und uns einen erlebnisreichen Tag gewünscht. Entsprechend euphorisch haben wir uns auf den Weg gemacht.

Es ist auch ein Tag zum euphorisch sein. In der Nacht hat es geschneit und geschneit und geschneit. Als wir am Morgen aus dem Fenster unseres Apartments im Soyerhof schauten, trauten wir unseren Augen kaum. Mindestens 30, an manchen Stellen gar 50 Zentimeter Neuschnee bedeckten das Winterwunderland am Grünten. Einige Wölkchen, dünn und durchscheinend wie vielgetragene Lieblingsnachthemden, flirrten über den blauen Himmel. Die Sonne lachte hindurch und schaffte es doch nicht für Wärme zu sorgen. Ein großartiger Tag. Knackig kalt. Sonnig. Weiß und weit. Blöd nur, dass wir uns offenbar im Wald verlaufen haben.

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Frisch eingeschneit, wirken die Landschaften des Allgäus noch unberührter

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Manchmal stiebt der Schnee aus den Bäumen, manchmal liegt der Schalk darin

Denn was der Mann entweder vergessen hat, uns zu sagen. Oder was wir vielleicht nicht kapiert haben: Wenn es so viel geschneit hat, dann sind manche Wege nicht wieder zu erkennen. Und die Landschaft sieht verdammt anders aus als der Karteneindruck erwarten lässt. Dass dazu noch eine besondere Kompetenz des Städters kommt, der leichter komplexe Stadt- oder gar völlig irrwitzige U-Bahn-Pläne versteht als eine schlichte Landkarte, das soll hier nicht verheimlicht werden. Es spricht aber für uns, dass wir einem typischen Impuls des modernen Städters nicht gefolgt sind – wir haben nicht per App ein Taxi bestellt.

Nein, wir haben uns konzentriert. Wir sind ein wenig in die eine Richtung gestapft, ein wenig in die andere. Bis wir einen Wegweiser entdeckten, ihn auf unserer Karte lokalisierten. Ein wenig später trafen wir sogar ein paar andere Schneeschuhwanderer, die ihrerseits auf dem zurück zum Parkplatz waren und uns mit ihren Stöcken den Weg wiesen zur Hütte. Denn die ist jetzt unser Ziel. Nach ein paar Stunden im Tiefschnee ist der Appetit groß – und das Bedürfnis nach einem Heißgetränk noch größer.

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Schnee macht die Landschaften weiter…

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…und selbst große Menschen kleiner

Ein kleiner Ofen bullert in der Hütte. Wir stellen unsere Schuhe davor, legen unsere Handschuhe daneben, und bald schon erheben sich Wärmeschwaden aus unserer Kleidung, die sich vermischen mit den Dampfwölkchen, die aus den Teetassen und von den Tellern aufsteigen, die vor uns stehen. Ein buntes Durcheinander aus spätem Mittagessen und frühem Kaffeetrinken hat zu uns gefunden – und wir essen mit dem Appetit, der Abenteurern zu eigen ist, die ein besonderes Erlebnis eint.

Benita und Judith berichten von ihren Lieblingsmomenten. Während die Zehnjährige vor allem davon schwärmt, in den Schnee zu purzeln, bzw. die schwer herab hängenden Äste zum Schneien zu bringen, freut sich die 16-jährige darauf, endlich in der Hütte zu sein. Teenager sind Meister in vor allem einer Disziplin – im Chillen. Später sind wir nicht sicher, ob es ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist, als wir hören, wie es in der Aufnahme für ein Snapshat-Filmchen an die Freunde zu Hause heißt, es sei „echt krass“ wie man sich mit den Schneeschuhen einen steilen Hang hochkämpfen könne.

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Gute Aussichten an einem klaren Wintertag…

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…und eine warme Hütte mit regionaler, guter Kost

Das Winterwunderland am Grünten eignet sich perfekt für Schneeschuhwanderungen. Gut ausgeschilderte Wege, eine weiche, weite Hügellandschaft. Und an manchen Tagen so viel Schnee, dass man es kaum glauben mag. Wir haben Momente erlebt, die uns in Erinnerung bleiben werden.

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Abschiedsbild mit Schild

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