13.

Aug

Maria Himmelfahrt – Kräuterweihe im Allgäu

Simone Zehnpfennig

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Es ist ein alter, volkstümlicher Brauch der römisch-katholischen Kirche, der sich seit Anbeginn bis in unsere Zeit gehalten hat.  Viele unserer Feste basieren auf dem christlichen Glauben und geben dem Jahr eine feste Struktur. So auch die Kräuterweihe an Maria Maria Himmelfahrt, 15. August, ein schöner Brauch dieses in katholischen Regionen gelebten Feiertages. Vielerorts werden zu Ehren Mariens und der Natur Bergmessen zelebriert, im Schwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren lernt man am Vortag Kräuterboschen binden, an Himmelfahrt  ist dann die Segnung im Gelände.

Franziska Wacker vom Heimatdienst Illertal e.V. erklärt im Museum die Bedeutung der Kräuter. Egal wie viele man letztlich nimmt, eine Rose gehöre immer in die Mitte. Sie sei das Symbol für Maria. Einer Legende nach soll, so berichtete der Kirchenvater Johannes von Damaskus, aus dem leeren Grab Mariens Rosenduft gestiegen sein. Oftmals werde aber auch eine Königskerze mittig gebunden.  Sie ist durch ihren Wuchs und Namen geradezu prädestiniert.

Sieben, neun, zwölf oder vierzehn Kräuter – die Bedeutung der Zahl

Sieben Kräuter müssen es auf jeden Fall sein, die Auswahl fällt leicht, denn diese Kräuter wachsen überall: Johanniskraut, Beifuß, Alant, Wermut, Rainfarn, Schafgarbe, Kamille, Thymian, Baldrian, Eisenkraut, die Königskerze und Rose oder auch die verschiedenen Getreidearten.  Viele Kräuter gehören sowieso zum Bauerngarten, man denke nur an Beifuß oder die Gewürz-und Heilkräuter, und andere können gesammelt werden. Hat man neun zusammen, so wird eine heilige Zahl erreicht: drei mal die Dreifaltigkeit, die sieben als einfachste Form bezieht sich auf die Anzahl der Schöpfungstage, die zwölf auf die Anzahl der Apostel, die 14 auf die Anzahl der Nothelfer.

Wer übrigens nicht weiß, wer diese sind, dem sei der Besuch der Kapelle in Apfeltrach bei Mindelheim empfohlen. Hier sind sie abgebildet und zu was man sie anrufen kann. So hilft Blasius gegen Halsleiden, der Heilige Christopherus gilt als Retter aus jeglicher Gefahr und heute vor allem als der Schutzpatron der Autofahrer.  Die Heilige Barbara schützt vor Blitz und Unwetter und der Heilige Georg vor Viehseuchen.   Dagegen sollen auch die gesegneten Kräuter helfen: Sie werden in der Stube des Bauernhofes und im Stall aufbewahrt. Denn auch dort wenden sie Unheil und Krankheiten vom Vieh ab.

Boschen binden am Brunnen

 

Maria Himmelfahrt – am 15. August, ist in den katholischen Regionen Bayerns ein Feiertag. Allein 15 Bergmessen gibt es zu Ehren Mariens. In allen Gemeinden werden vor der Kirche Krauterboschen gegen eine Spende angeboten. Neben ihrer schützenden Funktion riechen sie wegen der vielen Heilkräuter auch gut.

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