10.

Aug

Memminger „Desperate Housewives“ im Bayerischen Fernsehen

Anna Wider

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experten-autor

Dass unsere Stadtführungen in Memmingen beliebt sind, ist kein Geheimnis. Und dass wir auch ganz besondere Führungen haben wie z. B. die „Desperate Housewives im 17. Jahrhundert“ (= „verzweifelte Hausfrauen im 17. Jahrhundert“) hat sich auch schon weit über Memmingens Stadtgrenzen hinaus herumgesprochen. Aber wenn das Fernsehen anklopft und darüber berichten möchte, ist das natürlich auch für uns außergewöhnlich.

Am 18. Juli war es dann soweit… ein Team des Bayerischen Fernsehens kam mit Reporterin Nicole Remann nach Memmingen und hat uns bei der abendlichen Spezialführung begleitet. Als Mitarbeiterin der Stadtinformation durfte ich beim Dreh auch mit dabei sein…so etwas erlebt man ja nicht alle Tage! :-)

Die beiden Hauptdarstellerinnen der Kostümerlebnisführung „Desperate Housewives im 17. Jahrhundert“ sind die beiden Stadtführerinnen Sabine Streck und Heidi Stölzle, die bei der Führung zwei Bürgerinnen der einst freien Reichsstadt Memmingen verkörpern. Heidi Stölzle als reiche Bürgerin des Patriziates lässt sich mit „Ihr“ und „Stölzlin“ ansprechen und Sabine Streck mimt eine einfache Handwerkerfrau. Beide sind gekleidet, wie es die Kleiderordnung der Reichsstadt vorschrieb. Danach musste sich jeder „seinem Stand, Herkunft und Vermögen“ nach kleiden. So ist die Stölzlin in edlem schwarz gekleidet und die Streckin darf nicht mal Knöpfe am Obergewand tragen.

Sabine Streck als „Streckin“ und Heidi Stölzle als „Stölzlin“ auf ihrem Stadtrundgang

 

Was die Führung besonders ausmacht ist, dass die beiden „Hausfrauen“ während der 1,5 Stunden immer im Dialog miteinander durch die Stadt führen. Selbstverständlich werden dabei auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Stadtführung mit einbezogen. Durch diese Interaktionen wird die Kluft zwischen den Menschen des 21. Jahrhunderts und denen des 17. Jahrhunderts erfahrbar gemacht. So mokieren sich die beiden „Verzweifelten Hausfrauen“ genauso über kurze Röcke und Beinkleider wie über modische Frisuren und fehlende Kopfbedeckung bei verheirateten Frauen. Schließlich war man „unter der Haube“.

An jedem der Standorte geht es um Klatsch und Tratsch im Memmingen vor rund 350 Jahren. Alle Ereignisse, die den Teilnehmern in witzig-informativen Dialogen präsentiert werden, passierten wirklich und wurden von den Stadtführerinnen genau recherchiert.

 

Hier werden auch die Teilnehmer mit einbezogen und dürfen selbst probieren…

 

Zwischendurch werden die Gruppenteilnehmer in spontanen Interviews von Reporterin Remann nach Ihrer Meinung zu der Zeitreise ins 17. Jahrhundert befragt.

Diese Erlebnisstadtführung gibt es bereits seit sieben Jahren in Memmingen und erfreut sich immer noch großer Nachfrage. Gerade Gruppen, die eine lebendige Geschichtsvermittlung wünschen, sind davon begeistert.

Nach eineinhalb Stunden beenden die „Desperate Housewives“ ihre Tour durch die Stadt in der Buchdruckergasse. Dort besteht noch Gelegenheit zum Gespräch mit Sabine Streck und Heidi Stölzle. Fragen zu inzwischen alten Ausdrücken, zur ehemaligen Zuchtordnung oder auch geläufigen Redewendungen werden dabei nochmals erklärt und auf den heutigen Stand übersetzt.

Nach den abschließenden Interviews von Reporterin Nicole Remann sind sich alle Beteiligten einig, dass Geschichte auf diese Art nicht nur interessant und amüsant, sondern außerordentlich lebensnah und spannend ist.

 

Reporterin Nicole Remann vom BR beim Interview mit Teilnehmern der Stadtführung

 

Die Gäste aus München bestätigen, dass sie schon viele Stadtführungen filmisch begleitet, jedoch selten selbst so viel Spaß dabei gehabt hätten.

Beide Stadtführerinnen könnten sich übrigens gut vorstellen, für einige Zeit wirklich im 17. Jahrhundert in ihrer Stadt zu leben, allerdings mit der Sicherheit einer Rückkehr in unsere Zeit. Die „magische Stelle“ zu einer echten Zeitreise in der Memminger Altstadt müsste allerdings erst noch gefunden werden…

 

Ende der Führung – Die beiden Hausfrauen machen sich wieder auf den Heimweg…

 

Wer den Beitrag in der Abendschau verpasst hat, kann die Sendung nochmal in der Mediathek des BR anschauen.

Übrigens…Die Führungen werden von Mai bis Oktober einmal im Monat angeboten, für Gruppen sind Termine jederzeit auf Anfrage buchbar. Es lohnt sich!

 

  1. Simone Zehnpfennig Simone Zehnpfennig sagt:

    Ich kann´s nur bestätigen, eine richtig gute, hochwertige und gleichermaßen unterhaltsame Stadtführung!

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