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Sep

Achtsam im Allgäu: Ein Talweg der Einsichten und Weitblicke

Susanne Baade und Dirk Lehmann

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experten-autor

Im Allgäu machen wir besondere Erfahrungen – erleben die Kraft der Ruhe, die Herzlichkeit der Menschen, die Schönheit der Natur und das Glück tiefen Schlafs. In der Achtsamkeit Allgäu werden diese Erfahrungen gebündelt. Wir präsentieren achtsame Geheimtipps. Teil 2 der Kraftorte des Allgäus: ein Talweg der Einsichten und Weitblicke – auf Bad Hindelang…

 

Blumen und kleine Insekten gibt es am Wegesrand zu entdecken

 

Auch Wege haben ihre Geschichte. Vielleicht weil das Wort Vaterland ein wenig aus der Mode gekommen war, vielleicht weil „All You Need Is Love“ nicht nur verheißungsvoll klang, sondern tatsächlich die Losung einer Epoche war, jedenfalls wurde der Vaterlandsweg umbenannt in Pfad der Liebe. Man stellte Tafeln auf und ein Herz aus Zweigen. Man hoffte, dass Paare, die sich auf diesen Spaziergang machten, sich darin verewigten. Heute bietet jede Foto-App unzählige Filter und Templates, sich im Selfie mit Herzen zu umkränzen. Und ein Weg kann wieder sein, was er ist.

Aussichtsplätze, Wasserfälle – Kurztrip in Waldwelten

Am Parkplatz Gruebplätzle beginnt dieser kaum fünf Kilometer messende Kurztrip in alpine Waldwelten. Wir folgen dem munter dahin gurgelnden Erlenbach. Eigentlich würden wir gleich hier abbiegen und auf den Vaterlandsweg einschwenken. Doch wir gehen weiter, leicht bergan, bis zum Schleierfall. Aus rund 30 Metern rieselt das Wasser in die Tiefe. Wie feiner Nebel, der die Natur großzügig benetzt. An allen möglichen und unmöglichen Stellen sprießt das Grün. Vielleicht fühlt sich dieser Weg auch deshalb größer an, weil er schon so abwechslungsreich beginnt.

 

Wilde Orchideen und die ersten Anzeichen des Wasserfalls

Der Schleierwasserfall aus Drohnen-Perspektive

 

Auf dem Vaterlandsweg finden wir schnell unseren Rhythmus und folgen dem schmalen Pfad am Berghang des Iselers. Wenn man Zeit hat, kann man sich an den kleinen Momenten des Alltags erfreuen. Ameisen wuseln vor uns über den Weg. Wasser tropft vom Fels und nährt ein Moos. Zwei Initialen mit einem Herz in die Baumrinde geritzt. Manchmal tauschen wir uns aus über diese Entdeckungen am Wegesrand, doch meist gehen wir schweigend nebeneinander her und genießen die verblüffenden Ausblicke auf Bad Hindelang, die uns dieser Talweg bietet.

Zum Abschluss ein Sprung in die eiskalte Prinzegumpe

Auf der Höhe von Bruck geht es steil bergan. Ab hier folgen wir dem Bärenweg. Er führt uns durch dichten Wald. Verblüffend ruhig präsentiert sich die Natur. An einer Weggabelung bietet sich die Möglichkeit, über den Sängerweg direkt nach Hinterstein zu gehen. Doch dann verpasst man den Zipfelsfall. Kein spektakuläres Wasserspiel. Aber ein munteres, das der Hitze eines manchen Sommertages ein wenig Erfrischung entgegenzusetzen vermag. Vor allem aber: Wenn man dem Weg entlang des Bachs in den Ort folgt, endet die Wanderung bei der Prinzegumpe. Es ist ein großes Vergnügen, in das kleine Naturbecken zu springen.

 

Steine und Ameisen auf dem Liebespfad

Schöner ursprünglicher Wanderweg zwischen den Wiesen

Liebesbekundungen in Bäume eingeritzt

 

Wasserfall bei Nacht heißt ein wundervolles Gedicht von Christian Morgenstern:

Ruhe, Ruhe, tiefe Ruhe.
Lautlos schlummern Menschen, Tiere.
Nur des Gipfels Gletschertruhe
schüttet talwärts ihre
Wasser.

 

Man entdeckt immer wieder Schmetterlinge

Der Wasserfall Zipfelsbach am Bärenweg nach Hinterstein

Die Kirche am Parkplatz in Bad Hinterstein

 

Service

Ein Highlight im Allgäu. Alle Infos zu Bad Hindelang, einer der höchsten Gemeinden Deutschlands.

Wanderung auf dem Bärenweg. Eine kleine Karte mit allen Infos zum knapp 5 Kilometer langen Wanderweg.

Achtsamkeit Allgäu. Wie man in einer Region mehr findet als Urlaub – nämlich zu sich selbst.

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