13.

Jun

Radmarathon Tannheimer Tal – Marcel Wüst gibt Technik-Kurs

Simone Zehnpfennig

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„Man hat zwei Optionen: 1.: Krankenhausaufenthalt und neues Bike oder 2.a zu stürzen und nur die Pelle verletzten, Rad egal oder 2.b gerade noch die Kurve kriegen und das Rad ist auch noch heil“, sagt Marcel Wüst. Das hört sich ja motivierend an! Ich habe mich für den Technik-Kurs „Bremsen und Kurvenfahren“ im Rahmen der Rennradwochen Tannheimer Tal angemeldet. Denn ich will am 7.Juli zum dritten Mal mitfahren. Hatte ich vor dem ersten Mal noch Respekt dies überhaupt durchzustehen – bin ich doch noch nie in einer Gruppe gefahren, war das zweite Mal schon besser. Im Laufe der Zeit habe ich dann immer wieder an Gruppenausfahrten teilgenommen und dieses Mal will ich einfach noch sicherer im Pulk beim Radmarathon Tannheimer Tal mitfahren.  Und wo kann man das besser lernen, als beim ehemaligen Profi Marcel Wüst, Coach, Motivator, Journalist und Referent für Wirtschaftsunternehmen.

Kurs beim Profi und Coach Marcel Wüst

Als Ausdauersportlerin machen mir Kilometer und Anstiege nichts aus. Aber wehe ich muss den Pass im schnellen Tempo runter. Da könnte ja der Reifen platzen, ein Hindernis auf der Straße liegen und ich kann nicht mehr bremsen oder ausweichen. Oder mir kommt jemand zu nahe. Oder vor mir wird auf einmal gebremst. Bei mir kommt schnell Panik auf und ich werde nur von einem Gedanken beherrscht: Ich muss rechtzeitig raus aus den Klickies, darf nicht stürzen – ich will keine Kieselsteine oder anderen Straßenbelag aus meiner Haut entfernen müssen.

Doch so drastisch Marcel Wüst den Kurs begonnen hat, desto besser folgen die Erklärungen, warum man das Rennrad beherrschen sollte. Einfache Erklärungen zeigen das physikalische Verhalten und die Folgen. Und so überwinde ich mich, versuche mein Vorderrad beim Fahren zu heben. Das klappt ja noch. Der Grund: Sollte mal was auf der Straße liegen und man kann nicht mehr bremsen, so verhindert das angehobene Rad beim Überfahren des Hindernisses den Sturz über den Lenker. Gute Fahrer können mit ihrem Rad über ein Hindernis springen. Kann ich nicht. Mein Rad bewegt sich nicht. Aber immerhin habe ich zum ersten Mal erklärt bekommen, wie man sein Rad theoretisch springen lassen kann. Ich nehme mir vor, dies zu üben.

Hört sich simpel an: Trinkflasche vom Boden aufheben, ist es aber nicht

Eine weitere gute Übung hört sich simpel an, ist es aber nicht: Die Trinkflasche beim Fahren vom Boden aufzuheben. Probiert es mal aus! Ich habe es auch nach mehreren Versuchen nicht geschafft. Immerhin ist sie umgefallen.

Richtig bremsen – sollte eigentlich selbstverständlich sein

Auch das Bremsen war nicht so einfach: Es gehört zumindest für mich einfach unheimlich viel Überwindung dazu, so zu bremsen, dass das Hinterrad weggeht. Im Hinterkopf habe ich immer, ich könnte fallen. Marcel Wüst erklärt dann wirklich eindringlich, wie wichtig es ist, richtig bremsen zu können und auch das Rad mal ausprobiert zu haben. Hier auf dem Parkplatz im Tannheimer Tal kann nichts passieren. Aber wenn man dann mal dem LKW ausweicht ist man froh, sein Rad zu beherrschen! Was auch noch Bestandteil unserer Übungen war: Auf einem Parkplatz wenden können. Kann ich auch nicht! Ich brauche viel mehr Platz, zumindest wenn ich nicht absteige.

Tolle Erfahrung: Arm in Arm fahren und stehen bleiben

Eine Übung war richtig nett: Man fährt Arm in Arm bzw Arm über Schulter, verlangsamt das Tempo, bremst, hat die Pedalen auf gleicher Höhe – und man fällt nicht um! Man ist stabil wie ein vierrädriges Auto! Das war eine tolle Erfahrung – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die letzte Übung war mit Turnschuhen oder Socken, jedenfalls ohne Klickies: Man fährt dem Vordermann ans Hinterrad und  für beide gilt: Ruhe bewahren und nicht gegenlenken. Ich habe mich wieder nicht richtig getraut, immer nur sachte das Hinterrad der vorausfahrenden Radlerin berührt. Aber immerhin, wir haben ein Gefühl bekommen.

 

Ich mach den nächsten Technik-Kurs wieder mit

Für mich war es genau der richtige Kurs. Auf einen Profi hört man eben besser, als wenn der Ehemann Tipps gibt, welcher in Sachen Radtechnik mir um Radlängen voraus ist. Jetzt freue ich mich auf die nächsten Rennradtage und Rennradwoche im Tannheimer Tal und natürlich auf den super organisierten Radmarathon Tannheimer Tal: In den Pfingstferien und in der Woche vor dem Radmarathon Tannheimer Tal gibt es täglich Ausfahrten und Kurse sowie Stammtische mit den Profis Marcel Wüst und Gerrit Glomser. Auch örtliche Guides führen und erklären nebenbei noch die Heimat. Der gute Geist der Veranstaltung ist übrigens Michael Keller mit seiner Frau und dem ganzen Team.

 

 

  1. Avatar Stephanie Karrasch sagt:

    Der Rad-Marathon ist echt eine perfekte sportliche Herausforderung für jeden Rennradfan. Toll, dass du das machst Simone!

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