Rhythmus und Klang, prächtige Kostüme und aufwändig bemalte Gesichter sind ihr Markenzeichen.
Die Luft bebt, der Rhythmus reißt mit, lange schon, bevor man sie sieht: Die Hausemer Guggenmusik kommt von der Kalchstraße, die Isnyer Guggenmusik vom Weinmarkt, die Guggenmusik AllgäuLongDongs von der Ulmer Straße: Es ist Guggenmusik-Nacht mit Monsterkonzert in Memmingen. Nach und nach ziehen prächtig gekleideten Guggenmusik – Kapellen mit ihren Bässen, Schlagwerk, Trompeten, Posaunen und Sousaphonen auf den Marktplatz. Tausende Menschen tanzen auf dem Marktplatz: Nun hat auch die letzte Kapelle ihren Platz auf den mitschwingenden LKW-Hängern gefunden. Die mittelalterlicheStadtbebt!
Guggenmusik: Schweizer Brauch
Der aus der Schweiz übernommene Brauch ist aus dem Allgäuer Winter nicht wegzudenken: 1906 wurde die erste Schweizer Kapelle, 1979 die erste Allgäuer Guggenmusik-Kapelle in Isny gegründet. Guggenmusik ist geprägt von extrem viel Rhythmus. Die Stücke sind oft bekannte Pop- oder Rockmelodien, die in einem unkonventionellen und oft schrägen Stil interpretiert werden. Die farbenprächtigen Kostüme, die aufwändig bemalten Gesichter, der mitreißende Rhythmus, die voluminösen Töne springen auch bei Eiseskälte eines winterlichen Nachtumzugs aufs Publikum über: „Man hört, spürt und sieht die Botschaft. Das ist nonverbale Kommunikation und eine multisensorische Erfahrung. Nicht zu vergleichen mit Musik von einer CD“, erklärt der Hirnforscher Prof. Lutz Jäncke von der Universität Zürich. „Bei so extremen Rhythmen hört der Mensch auf zu denken, und automotorische Bewegung setzt ein.“ Guggenmusiker und Zuschauer wissen, was der Wissenschaftler meint: „Guggenmusik kann man nicht erklären, man muss sie erleben: Die schillernden Kostüme, synchrone Bewegungen, die schnellen Schlagwerke auf Rädern, die Bässe mit ihren großen, nach vorne ausgerichteten Trichtern – das funktioniert nur live.“
Farbenprächtige Kostüme nur für Männer
Für ihre farbenprächtigen, ausgefallenen Kostüme, ihre Gruppen- und Rhythmusstärke sind die Hausemer Guggenmusiker bekannt. Seit 1987 sorgen über 50 Guggenmusiker und ein Fahnenträger im Allgäu, Bayrisch-Schwaben, Oberschwaben, Bodenseekreis und sogar in der Schweiz, Frankreich und Italien für herausragende Stimmung. Dabei spielen sie auf Dorfbällen und Marktplätzen genauso wie in großen Festhallen oder ziehen durch die Gassen von historischen Städten wie Memmingen. Die farbenprächtigen Kostüme wechseln alle drei Jahre, sind in Eigenregie entworfen und werden in mühseliger Handarbeit umgesetzt. Die Kopfbedeckungen werden schon mal in Österreich entworfen und hergestellt. Bis heute finden sich unter den Guggenmusikern übrigens nur Männer. Hörproben finden sich hier
Veranstaltungstipp: Highlights der Guggenmusik sind die Sternmärsche mit anschließendem Monsterkonzert mehrerer Kapellen. Auf den Webseiten sind die Termine veröffentlicht https://www.guggenmusik-isny.de/termine/
Das Ende der Fasnacht: Lodernde Feuer erhellen die Nacht
Mit dem Funkenfeuer, einem alemannischen Brauch, wird traditionell am ersten Fastensonntag und dem Ende der Fasnacht, der Winter im Allgäu ausgetrieben. In den Dörfern werden alte Weihnachtsbäume und Holz gesammelt und schließlich am ersten Fastensamstag des Jahres am Dorfrand zu einem hohen Haufen geschichtet. Im südlichen Allgäu gleichen die Funken aus übereinander gestapelten Balken einem Holzturm, während im Norden lange Stangen wie eine Pyramide aufragen. Bei Einbruch der Dunkelheit ziehen die Dorfbewohner und -Bewohnerinnen hinaus zum Funken und entzünden ihn feierlich. Dazu gibt es Glühwein und Funkenküchle, auch als „Ausgezogene“ bekannt. Am Sonntag brennen meist gegen 19 Uhr die Funken, so beispielsweise in den Hörnerdörfern, Bad Hindelang, Burgberg und anderen Gemeinden von Alpsee-Grünten. Am Samstag lodern die Feuer bereits in Wertach, Bad Grönenbach und Benningen.
TIPP
Eine große Bilderauswahl zur Fasnacht und Guggenmusik findet sich auf unserer Bilddatenbank. Einfach filtern z.B. nach Guggenmusik
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