26.

Mai

Rennradeln im Allgäu

Allgäu statt Italien: nach Mailand und Bellamont mit dem Rad

Simone Zehnpfennig

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In den Pfingstferien reist man gerne mal nach Italien. Heuer zwingen die geschlossenen Grenzen allerdings zum Inlandsurlaub. Mailand, Bellamont, La Salette, Vallerey oder Bethlehem – gibt´s auch im Allgäu. Zudem sind sie alle gut miteinander kombinierbar durch verschiedene Radtouren  und das auf ruhigen Nebenstrecken. Kurze Anreise, rauf aufs Rad, einkehren, übernachten und genießen geht im Allgäu ab dem 30. Mai uneingeschränkt.

Überraschend neu, überraschend verschieden

Zudem ist man auf den nachfolgend beschriebenen Strecken auch so ziemlich alleine unterwegs. Überraschend anders und abseits der bekannten Wege. Hier kann man tatsächlich noch Dörfer und Landschaften für sich entdecken und zuhause erzählen, man sei an Pfingsten 2020 in Mailand gewesen und habe sogar die Ewigkeit kennen gelernt.

Collage Ortsschilder

Mit dem Rad durchs Allgäu und in Mailand, Bellamont oder gleich in der Ewigkeit halten

Anstelle Lombardei und Trentino einfach Allgäu: Tour 1 umfasst 105 Kilometer und führt durchs Reinthal nach Mailand, vorbei an der Ewigkeit nach Bellamont.  Ausgangspunkt ist der beschauliche Kurort Bad Grönenbach, in dem der junge Sebastian Kneipp einst Latein gelernt hat. Ein Ort, der sich seine Authentizität behalten hat. Weitere Touren folgen demnächst hier,  Tour 2 führt über Bremen nach La Salette und Vallerey und Tour 3 schließlich über Maria Hilf nach Bethlehem.

Tour 1 – durchs Reinthal nach Mailand, Bellamont und zurück

Ob Italien oder Allgäu: Anstiege hat man auch hier zu überwinden. Und der erste kommt schon gleich beim Verlassen von Bad Grönenbach: 15 Prozent sind schon eine Herausforderung, aber dann läuft´s mit 16 Prozent locker hinunter und über die Iller. Die folgenden Höhenmeter hinauf sind gut zu fahren. Oben angekommen, hat man eine wunderbare Sicht auf die Alpenkette, im Osten deutlich erkennbar das Zugspitzmassiv. Die Tour führt gen Süden über den Illerradweg. Auch hier fordern kurze steile Anstiege. An Altusried vorbei führt die Strecke durchs ruhige Rohrachtal aufwärts Richtung Südwesten nach Wies, vorbei am Weiler Behütgott ins Reinthal hinauf nach Gschnaidt.

Behüttgott - kann man als Radler immer brauchen

Behüttgott und Ewigkeit

Diesen Wallfahrtsort muss man unbedingt mitnehmen: Hunderte von Holzkreuzen, die einst Gräber zierten, stehen hier. Kein Wunder, dass ein solcher Ort die Krimi-Autoren Kobr und Klüpfel verarbeiten und Kluftinger dort erschaudern lassen. Allgäu statt Italien: nicht nur Italiener sind abergläubisch. Im Gasthof Kreuz gibt´s gute Brotzeiten und leckeren Kuchen.

Gschnaidt, ein wunderlicher Ort

Von Gschnaidt aus hat man eine tolle Sicht – zum Süden hin erstreckt sich das Naturschutzgebiet Bocina della Molassa – kein Witz, so ist es verzeichnet – und gen Nordwesten hinab aufs nächste Ziel: Mailand und Bellamont. Bei der Abfahrt hinunter nach Mailand sollte man auf jeden Fall anhalten und die Sicht genießen: Im Süden der Hauptkamm der Allgäuer Alpen, zum Westen hin die Schweizer und Österreicher Alpen und im Westen der Bodensee. Nach nur einer dreiviertel Stunde ist man schon in Mailand.  Ob es bei der örtlichen Metzgerei Mader – Partner des Genussmanufaktur Leutkirch – tatsächlich Mailänder Salami gibt, darf man selbst herausfinden. Wer will, macht noch einen Abstecher zur Ewigkeit, einem Weiler östlich Leutkirch. Übrigens gehört auch Mailand zu Leutkirch.

Bellamont und Rot an der Rot

Nicht lange, und man passiert das größte intakt Hochmoor Europas, das Bad Wurzacher Ried. Es ist leicht zu erkennen, denn das stete Wiesengrün verwandelt sich in vielerlei Grün- und Erdtöne, der komplett anderen und überaus reichen Vegetation geschuldet. Vom Wurzacher Ried aus geht´s durchs Füramoos nach Bellamont. Unsere letzte Etappe unserer Fahrt Allgäu statt Italien. Die letzten paar Kilometer führen zum nördlichsten Punkt, nach Rot an der Rot: ein ganzes Dorf ist eigentlich die Klosteranlage.

Sicht auf Rot an der Rot

In der Klostergaststätte bekommt man übrigens ganztägig Pizza. Von hier aus geht´s nun zügig zurück, über Tannheim, Kardorf, Kronburg hinab nach Bad Grönenbach. Eine Geburt auf der Weide zu sehen gab´s als Zugabe. Nach 105 Kilometern und knapp 1.200 Höhenmetern vermisst man Mailand oder Bellamont in Italien nicht mehr. Alpen, Wälder, Seen und gute Küche gibt es auch hier.

Geburt auf der Weide, Bio-Bauer

 

Tourdaten mit dem Rennrad: 105 km, 5:18 h, 1180 m hoch und 1180 m hinab.

Einfach mit Komoot die Strecke planen

Zuschauer

 

 

Illerradweg, Rast an der Burgruine Kalden

Die nächsten Touren, durch Frankreich und nach Bethlehem, folgen!

  1. Avatar Steffi sagt:

    Da bekommt man ja gleich Lust zu Radeln. :-) Super schön geschrieben!

  2. Avatar Yvonne Prager sagt:

    Wer ein traumhaftes Wellnesshotel im Allgäu sucht, wird hier genau das Richtige finden https://weitblick-allgaeu.com/

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